AMS erwartet 2015 mehr Arbeitslose


Es klingt wie ein Widerspruch: Auf der einen Seite hatten in Niederösterreich 2014 mehr Menschen einen Job, auf der anderen Seite waren deutlich mehr Menschen arbeitslos. „Schuld“ daran ist die schwache Konjunktur, die sich 2015 fortsetzen dürfte.

Vor einem Jahr waren die Erwartungen noch hoch. Experten sagten ein Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent voraus. Es wurden schließlich 0,7 Prozent - und damit viel zu wenig, um auf dem technisch immer höher entwickelten Arbeitsmarkt für Entspannung zu sorgen.

2,1 Prozent Wachstum benötigt

„Sie können mit neuen Maschinen um zwei Prozent mehr erzeugen und brauchen keinen einzigen Mann oder keine einzige Frau mehr in ihrer Fabrik“, erklärt der Geschäftsführer des Arbeitsmarktservice Niederösterreich (AMS NÖ), Karl Fakler. „Daher brauchen wir ein Wirtschaftswachstum, das über 1,9 und eher bei 2,1 Prozent liegt, damit die Arbeitslosigkeit rückgebaut wird.“

Von diesem Ziel ist die Wirtschaft derzeit aber weit entfernt. Außerdem ist die Zahl der verfügbaren Arbeitskräfte am Markt gestiegen. 635.950 Erwerbsfähige gab es im Jahr 2014 in Niederösterreich, das entspricht einem Plus von 1,2 Prozent im Vergleich zu 2013. Von diesen Erwerbsfähigen hatten 582.300 Menschen einen Job. Auch das ist im Vergleich mit dem Jahr 2013 ein Plus von 0,5 Prozent.

Europäer drängen nach NÖ

Wenig erfreulich hingegen ist der Zuwachs bei den Arbeitslosen: 53.650 Menschen waren im Jahresdurchschnitt 2014 ohne Job, das entspricht einem Anstieg von 9,6 Prozent im Vergleich zum Jahr 2013. Weil immer mehr Menschen auf den Arbeitsmarkt drängen, wird es gleichzeitig immer schwieriger, genügend neue Arbeitsplätze zu schaffen.

„Das hat zwei große Ursachen: Einerseits sind das die positiven Folgen der Pensionsreform, die Menschen bleiben länger im Arbeitsleben“, sagt AMS NÖ-Geschäftsführer Karl Fakler. „Und der zweite Grund ist ein sehr starkes Drängen von Europäerinnen und Europäern auf den niederösterreichischen Arbeitsmarkt. Weil er bei aller Mangelhaftigkeit in Europa ein sehr günstiger ist. Menschen aus Spanien, Frankreich und vor allem aus Ungarn und Rumänien suchen bei uns Arbeit, weil sie in Niederösterreich leichter Arbeit finden als in ihren Heimatländern.“

Trendwende für Sommer 2016 erwartet

Eine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt ist auch für 2015 nicht in Sicht. Experten erwarten für heuer gerade einmal ein Wirtschaftswachstum von maximal 1,3 Prozent - das bedeutet „weiterhin steigende Beschäftigung, leider aber auch steigende Arbeitslosigkeit“, so Fakler. „Das wird sich bis zum Jahr 2016 fortsetzen. Wir hoffen und rechnen, dass ab dem Sommer 2016 die sogenannte Trendwende endlich eintritt und ab dann die Arbeitslosigkeit zu sinken beginnt.“

Bis dahin dürfte es aber vor allem für ältere Menschen über 50 Jahren, Langzeitarbeitslose und Arbeitskräfte mit geringer Ausbildung besonders schwierig sein, einen passenden Job zu finden.

Quelle: http://noe.orf.at/news/stories/2687525/


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